Gravity

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Bisher scheint die Science Fiction Schaubude dies Jahr auf einem gutem Weg zu sein. Auch wenn Filme wie Oblivion oder der viel gescholtene After Earth insgesamt auf so ziemlich allen Ebenen enttäuschten, konnten bisher doch Filme wie die Star Trek Fortsetzung Into Darkness und Pacific Rim voll überzeugen. Selbst Ender’s Game, wenn auch etwas überzeichnet, scheint daran nicht groß rütteln zu wollen. Doch die absolute Überraschung stellt für mich Gravity dar.

Bei dem Versuch mich daran zu erinnern ob ich den Streifen vor einigen Monate ehrlich auf dem Zettel gehabt hätte, äh, nein. Lediglich vor ein paar Wochen sah seinen massiven und etwas mysteriösen Trailer, der inhaltlich und auch aufgrund seiner Effekte, diesen ganz besonderen Reiz versprühte. Der Vollständigkeit halber muss ich zugeben, dass gerade der Cast um Sandra Bullock und George Clooney mich erst einmal aufstießen ließen. Ich vermochte mir wohl einfach nicht vorzustellen, wie so ein cheesiges Filmduo im Weltraum funktionieren mag.

Nun, das tut es aber. Sehr sogar. Der rund 90 Minuten starke Streifen ist seltsamerweise nicht einmal zu kurz geraten. Die Vergleiche die man dort normalerweise ziehen würde, sind plötzlich ganz andere: Erfüllt dieser Film überhaupt ein klassisches Format? Wieviel Genregrenzen treffen hier eigentlich aufeinander? Was ist hier noch Unterhaltung, was driftet stark in die Konzept Ecke ab? – Gravity ist ein Erlebnis. Für Sinne, Kopf, Gedanken und ein ganz großes Abenteuer. Seine Geschichte, wie sie erzählt wird. Ein Erlebnis. Das sowohl visuell als auch in der Abfolge seiner einzelner Ereignisse einen ganz eigenen Weg geht. Gepaart durch den absolut perfekt rationierten Einsatz von Ton, Musik und Soundeffekten formt sich ein beträchtliches Gesamtwerk, das man schon fast zu einer neuen Kunstform emporheben möchte.

Bisher wurden bei imdb noch keine 10/10 Punkte vergeben. Auch dieser Film erreicht sie nicht, kratzt aber äußert hart an der Grenze. Es war richtig knapp, weil nahezu perfekt. Mit Gravity erschuf Alfonso Cuarón ein beachtenswertes Referenzwerk in Sachen Weltraumgeschichten-Erzählerei und obendrein erleben wir den Abriss eines riesigen Effekt-Feuerwerks. Ob das nun noch Science Fiction ist oder nicht, who cares? Das Teil bekommt ziemlich pralle 9/10 Punkte und sollte umbedingt auf der größten Leinwand mit maximalem 3D in laut, äußerst laut, am eigenen Leib durchlebt werden. Macht das!

Es gibt einen Kommentar zu “Gravity”

  1. Boris

    Ja, GRAVITY ist schon ein Erlebnis, aber von einem klassischen Science-Fiction-Film meilenweit entfernt. Deswegen kann man ihn eigentlich auch nicht mit den von dir angeführten Genrevertretern vergleichen. GRAVITY ist eben kein Storytelling, sondern der (geglückte) Versuch, einem das Gefühl, sich als Zuschauer selbst im Weltraum zu befinden, mit den zwei verfügbaren Sinnen (Hören/Sehen) spürbar zu machen. Wenn es tatsächlich eine Daseinsberechtigung für 3D im Film gibt, dann für ein Spektakel wie dieses!

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