Kaba & Komiks #1: Erste Gehversuche

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Als ich für den Filmriss gecasted wurde und mich mit brutalen Mitteln gegen 50 Mitbewerber durchgesetzt habe, gab es eine klare Ansage: Du bist der Comic Routinier! Einziges Problem: Ich kann zwar Comics lieben und feiern, aber das in adäquate und eloquente Worte fassen kann ich nicht. Und aus genau diesem Grund habe ich mir diese Kolumne ausgedacht. Hier soll in unregelmässigen Abständen versucht werden, meine Liebe zu Comics, Zeichnern, Serien und Figuren in Worte zu fassen, die etwas schlau klingen. Ihr könnt davon ausgehen, dass das eher einem erfolglosem Workshop „How to write about comics“ als einem journalistischem Werk über Comics gleichen wird. Aber solang ihr nur ein bisschen Spaß dabei habt, ist das die erhoffte Win-Win-Situation für alle Beteiligten.  mimiandthewolves1 Mimi and the Wolves: Act I – The Dreaming Um Mimi and the Wolves bin ich immer und immer wieder umhergeschlichen. Die Shop-Seite der Künstlerin ständig aufzurufen, das Heft in den digitalen Warenkorb legen und dann doch wieder entfernen, ist wohl das Internet-Equivalent zu in den Laden gehen, dass Heft durchblättern und dann doch nicht zur Kasse tragen. Als ich es jedoch zusammen mit Sundays In The Park with Boys bei meinem neuen Lieblingsshop Impossible Books sah, musste ich zugreifen. Es war die einzig richtige Entscheidung Die New Yorkerin Alabaster erzählt von Mimi, einem Jungen Katzenmädchen, dass zusammen mit ihrem Hundefreund in einer Welt lebt, die sich wie eine Mischung aus den Mumins, Animal Crossing und okkulten Mythen anfühlt. In ihrem Haus im Wald bastelt sie gern Girlanden und andere schöne Dinge aber sie hat auch Alpträume sehr mysteriöser Natur. Nachdem ihr der Wiesel-Apotheker zu luiziden Träumen rät, stößt sie auf ein magisches Symbol, dass sie zu einem Wolfskult führt. Alabaster trifft mit Ihrem Comic genau ins Schwarze, denn zu einem selbstverlegtem Comic mit gesiebdrucktem Cover in Schwarz und Pink mit so einem Setting kann ich einfach nicht Nein sagen. Comic-Zines dieser Art sollte einfach mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, auch weil sich hier immer wieder wunderbare Ideen finden, die in großen Publikationen selten Platz finden. sundaysintheparkwithboys Sundays in the Park with Boys Was mich in Sunday in the Park with Boys von Jane Mai erwarten sollte, war eigentlich nicht wirklich klar. Ich verliebte mich in das Cover und den Titel und auch ein bisschen in die Beschreibung. „For $666.00 she will give you a bad date where you will get punched in the face; for $666.00 she will give you a good date where you might not.“ Jane Mai erzählt in Ihrem Comic abstrakte, kurze Episoden aus ihrer Gefühlswelt und kommt damit weit weniger rabiat rüber als es die Beschreibung vermuten lässt. Durch den cartoonigen Zeichenstil und den roughen Strich fügt sich alles zu einem wunderbar, melancholischen Comic zusammen. Und auch wenn ich nicht oft sagen kann, was Mai mit ihrem Geschichten aussagen will, finden sich viele Panels, aus denen jeder etwas für sich selbst ziehen kann. Je weniger man davon versteht, desto faszinierender wird Sundays in the Park with Boys. Charmant und lesenswert ist der kleine Band auf jeden Fall. Vielleicht ist es nichtmehr ganz einfach an beide Bände zu kommen (bei Impossible Books könnte man es probieren) aber wenn euch die Comics über den Weg laufen, zögert nicht wie ich anfangs und kauft sie euch. Ihr werdet es nicht bereuen und die Künstlerinnen werden euch danken.

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